Ein Traum wird Wirklichkeit

Ein Traum wird Wirklichkeit
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Ein Traum wird Wirklichkeit

Vor ungefähr 20 Jahren bat mich meine älteste Tochter in ihr Poesiealbum zu schreiben. Da Schreiben nie so meins war, entschied ich mich, ihr einfach eine Postkarte mit einer auf dem Stavanger Fjord in Norwegen segelnden Yacht hinein zu kleben. Unter die Karte schrieb ich „Ohne Worte. Eines Tages.“

An einem kühlen Frühlingstag im Mai dieses Jahres wurde dieser Tag Wirklichkeit. Ich übernahm meine brandneue Najad 440CC. Es war die erste neue Najad, die nach dem Konkurs der Werft gebaut wurde.

Manch einer wird sich fragen, wieso ich das Risiko einging, eine Yacht bei einer Werft zu ordern, deren wirtschaftliche Situation geraume Zeit angeschlagen war. Die Antwort ist ganz einfach. Zum einen bekam ich eine Bankbürgschaft vom neuen Investor. Zum anderen, und dies ist viel wichtiger, vertraute ich Staffan Asp und seinem Team von dem Tag an, als ich die Werft auf Orust zum ersten Mal besuchte. Seitdem die Produktion im Oktober 2014 begann, gehörte mein Telefonat mit der Werft zur wöchentlichen Routine. Als ich im November zum ersten Check-up zu Besuch kam, waren der Rumpf sowie einige Teile der Inneneinrichtung bereits gefertigt. Es bedurfte einiger Fantasie sich vorzustellen, dass aus diesem Rohbau eines Tages eine Yacht werden würde. Doch ich vertraute der Erfahrung und den Empfehlungen des Teams. Insbesondere Staffan, der mich überzeugte, ein „normales“ Rigg anstelle eines Kutterriggs zu wählen. Wir entschieden uns, in ein „Code-Zero Segel“ zu investieren, was aus heutiger Sicht die beste Entscheidung war.

Aus reiner Eigner-Neugier schaute ich auch im Januar und Februar nach „MEINEM“ Boot. Zu der Zeit waren bereits etwa 80 % gefertigt und ich sah das wunderschöne Teakdeck zum ersten Mal. Von diesem Tag an wurde mein Mail-account fast täglich mit neuen Bildern und up-date Informationen gefüttert.

Ende Mai fuhr ich dann den ganzen Weg von Bielefeld nach Orust, um schließlich zusammen mit meiner Tochter und zwei guten Freunden meine neue Najad zu übernehmen.

Wir waren überwältigt von der Schönheit dieser 4000 Stunden harter Handarbeit. Und im nächsten Moment waren wir überaus glücklich, Rickard (der so ungefähr alles über Software und Elektronik weiß) an unserer Seite zu haben. Er erläuterte uns wirklich jedes Detail der Bordelektronik, und nach zwei Tagen Einweisung und Tests konnten wir die AMALI nach Hause segeln. Staffan gehörte mit zur Überführungscrew. Mit ihm an unserer Seite konnten wir uns an den Gebrauch des hydraulischen Riggs, Baumniederholer und Achterstag gewöhnen. Alles funktionierte hervorragend, bis auf einige kleine Feinjustierungen, die man nur beheben kann, wenn die Yacht segelt.
Zur Zeit nimmt die AMALI Kurs auf Stockholm, den Götakanal und Göteborg.

Unser bisheriges Fazit?
Also, im Augenblick segeln wir 7 Knoten nur mit Vorsegel bei 16
Knoten achterlichem Wind: das pure Vergnügen im südlichen Stockholmer Schärengarten.

Vor einigen Tagen weiter draußen auf dem Meer fühlten wir uns trotz heftiger Winde und starken Regens sicher. Und die Bequemlichkeit an Bord durch einen großzügigen Salon, zwei Bäder mit Dusche und einer Waschmaschine übertrifft den Komfort vieler Hotels dieser Welt 😉

Nach einem Sundowner im Mittelcockpit waren meine Frau und ich uns einig, dass dies unsere bislang beste Entscheidung war.

In diesem Sinne: Allzeit gute Fahrt und immer ein Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Amali CREW